Pharao Bipolar

Synopsis

Im November 2005 begegnen die Regisseure Bernhard Braunstein und David Gross dem Salzburger Schauspieler Werner Ludvig Buchmayer zum ersten Mal. Im Pharaonenkostüm protestiert er beim Bürgermeister, weil die Stadt Salzburg seine Filmprojekte nicht ausreichend unterstützt. Von der ersten Sekunde an sind die Filmemacher nicht nur Beobachter, sondern Teil des Geschehens. An diesem ersten Tag der Begegnung beginnt ein explosiver Streifzug durch die Stadt, der in einem Besuch bei Werners Mutter gipfelt. Er macht die beiden Regisseure sofort zu seinen „Assistenten“, wenige Wochen später sind sie Komplizen, 1 1/2 Jahre später sind sie Freunde geworden, die Werner auf seinem oft harten Weg eine lange Zeit verfolgen und unterstützen.....

Sehr berührend schaffen es Braunstein und Gross mit dem Film PHARAO BIPOLAR zu veranschaulichen, wo sich die Mitte eines Menschen befindet, der zwischen zwei Extremzuständen pendelt - vieles bleibt jedoch auch bis zuletzt rätselhaft. Was bleibt, ist eine bewusstseinserweiternde Begegnung mit einem bipolaren Menschen, die alle Beteiligten verändert und bereichert hat.

Die Nähe und Intensität der Filmmacher zu ihrem Protagonisten ist außergewöhnlich, ebenso wie die vielschichtige Persönlichkeit von Werner Ludvig Buchmayer. Der Film zeigt einen Menschen, der versucht mit seiner psychischen Erkrankung zu leben, seine Probleme mit der Umwelt, seine Sichtweise auf die ihn umgebenden Menschen. „Pharao Bipolar“ ist viel mehr als ein Künstlerportrait, nämlich ein Film über einen bipolaren Menschen, seine Herangehensweise an und Auseinandersetzung mit der Krankheit. Ein intensiver Blick in die Welt von psychisch Kranken, der Versuch sie zu verstehen und damit auch ein Verständnis der Umwelt dafür zu schaffen.

Kommentar der Regisseure
Die Geschichte von Werner Ludvig Buchmayer hat mit uns allen zu tun. Jeder Mensch ist Stimmungsschwankungen unterworfen, der eine mehr, der andere weniger. Was aber passiert, wenn diese alltäglichen Stimmungsschwankungen zu seelischen Ausnahmezuständen werden, die den gesellschaftlich akzeptierten Rahmen sprengen? Wie sieht es im Inneren eines Menschen aus, der an der Bipolaren Störung leidet? Was löst diese Krankheit bei den Angehörigen aus und wie reagieren Außenstehende? Die Antworten auf diese Fragen lässt uns die Definition von „normal sein“ und „verrückt sein“ grundlegend überdenken.
Dieser Film wird dazu beitragen, Angst vor der Bipolaren Erkrankung zu nehmen und Verständnis für das Innenleben eines psychisch Erkrankten zu schaffen. Die bipolare Störung gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Mitteleuropa. Laut dem „Forum Bipolar“ sind in Österreich an die 400.000 Menschen davon betroffen. In Deutschland sind es weit über zwei Millionen.